Bevor ich Ende letzten Jahres mit der zweiten Jurte begonnen habe, war ich in der glücklichen Lage ein wenig Geld ausgeben zu können, um mir etwas Werkzeug zu kaufen. Inspiriert war ich von einer Maschine – einer Oberfräse -, die ich mir vorher von meinem Freund Thomas (alias Bob Baumeister – der informierte Leser erinnert sich) geliehen hatte. So hatte ich dann das gute Stück in meinen Händen. OK und jetzt? Wie fräse ich ein 75 mm dickes Wagenrad mit einem 50 mm Fräser? Von beiden Seiten natürlich! Doch wie finde ich den Mittelpunkt, wenn das Werkstück gedreht wird? Ich habe mir folgendes überlegt…

Als erstes habe ich für die Fräse einen simplen Zirkel angefertigt. Dann fräste ich in eine 3-Schichtplatte (Reststück vom Jurtenboden) 2 Kreise. Diese Platte war jetzt meine neue Montagehilfe, um später den Mittelpunkt wieder zu finden.

Das erste Achteck wird verleimt
Das ganze hier schon dreilagig. Der „Stern“ liegt genau auf dem ausgefrästen Kreis der Montagehilfe.
Fertig zum Fräsen

Mit dieser Konstruktion konnte ich also erstmal innen und außen 50 mm tief einfräsen. Natürlich nicht alles auf einmal, sondern in max. 5 mm Schritten. Dann wurde der Ring gedreht. Durch die beiden Kreise in meiner Montageplatte konnte ich die ausgefräste Rundung genau bündig ausrichten und von der Gegenseite fräsen. Das Ergebnis war – für meine bescheidenen Möglichkeiten – perfekt 🙂 Leider habe ich – wie schon so oft – von diesem Schritt vergessen ein Foto zu machen!

Das Wagenrad lässt sich durch die Kreise in der Montageplatte exakt zentrieren.
Fertig.

Das Gewölbe habe ich auf genau die gleiche Weise wie bei der ersten Jurte angefertigt. Wer es noch nicht gelesen hat, hier geht es zum Beitrag Krone II.

Doch was hat das alles mit dem Titel Shopping Tour im Internet zu tun?

Nun, die Oberfräse war für mich ein echter Quantensprung in Punkto Werkzeug. Ich habe also die geliehene Fräse zurückgegeben und mir eine untertischfähige Oberfräse gekauft. Und dann ging es erst richtig los.

Ich fing an YouTube nach Werkstatt- und Werkzeugbeiträgen zu durchforsten und habe dabei unglaublich viel gelernt. Mehr noch, ich wurde vielfach inspiriert Werkzeuge nachzubauen. Es ging los mit einem rollbaren Tisch für meine neue Kappsäge, gefolgt von einem Schiebetisch für meine neue Tischkreissäge. Der Bau eines Werkstatttisches hat dann erstmal zum völligen Chaos in meiner Werkstatt geführt, so dass ich Lagerfläche an der Kellerdecke geschaffen habe. Das führte dazu –  weil ich ja quasi schon dabei war –  mein Werkzeug an die Wände zu hängen, wie das in den feinen Werkstätten der YouTuber so üblich ist. Ich muss zugeben, ich war etwas im Wahn! Aber es hat sich gelohnt.

An dieser Stelle meinen Herzlichen Dank an alle Werkstattfreaks, bei denen ich abkupfern durfte. Durch euch habe ich jetzt…

  • viel mehr Ordnung in meiner Werkstatt
  • einen super Werktisch mit Frästisch
  • einen Fräsanschlag mit Absaugung
  • einen Parallelanschlag für den Bohrständer
  • einen Ellipsenzirkel – geiles Gerät – zeig ich euch noch
  • eine Auflagenverbreiterung für die Oberfräse
  • einen verstellbaren Fräszirkel
  • ein Höhenmessgerät für die Fräse
  • und einige nützliche Helferlein für die Werkstatt

Und das Ganze hat fast nichts gekostet. Gespart habe ich vermutlich weit mehr als 1000,- € und gekauft habe ich letztlich…

  • eine Kappsäge, 180,-
  • eine Tischkreissäge, 200,- (hätte ich besser mehr ausgegeben)
  • eine Oberfräse, 220,-
  • versch. Fräsköpfe, ca. 200,-
  • eine kleine Hobelmaschine, 200,-

Zum Schluss möchte ich mich doch noch bei einem YouTuber besonders bedanken. Michael Truppe oder „Truppi“ mit seinem YouTubeChannel Let’s Bastel. Du bist herrlich. Du bastelst genau wie es mir gefällt. Ohne Plan, aber nicht planlos. Du bist witzig und hebst alte Schrauben auf. Es macht einfach Spaß dir zuzuschauen. Danke dafür. Und wenn ich eines Tages mal mutig bin, bewerbe ich mich auch für deine Werkstattschau.

LG Jurtenkurt