…ist mehr als eine Seife. Das wĂŒrde auch der Hersteller sagen 😉

Aber ich meine den rituellen Tanz der neuseelÀndischen Maori.
Und wie komme ich darauf?
Wir waren Ende Juli 10 Tage in Isny im AllgĂ€u auf dem Theaterfestival. Das Festival bietet tagsĂŒber eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Workshops. Von Jodeln ĂŒber Alphorn bis Kontaktimprovisation und Schmieden an der Feldesse. Das Programm war wirklich vielseitig. 

So habe ich denn fĂŒr die 10 Tage zwei Workshops gebucht. Eine Woche Djembe fĂŒr Einsteiger sowie den Kurs „Voice your Soul“, ein dreitĂ€giger Workshop, um die eigene Stimme zu finden.

Ok. Unter dem Djembe-Kurs konnte ich mir was vorstellen – trommeln – und es hat tierisch Spaß gemacht.

Bei „Voice your Soul“ war das schon etwas schwieriger. Oder anders: Ich hatte keinerlei Vorstellung was mich erwartet. Also habe ich mich mit 4 weiteren MĂ€nnern und 23 Frauen im Seminarraum eingefunden. Und so haben wir am ersten Tag Stimm- und BewegungsĂŒbungen in Einzel- und Paararbeit durchgefĂŒhrt. Es hat mir nicht gefallen. Nicht, dass der Kurs oder die Kursleiterin schlecht waren. Es war einfach nicht mein Kurs oder nicht das was ich mir erhofft hatte – den Umgang mit meiner MÄNNLICHEN Stimme. Hinzu kam, dass ich nicht so frei war, wie die meisten der Frauen.

An Tag Zwei ist es dann fĂŒr mich persönlich eskaliert. Wir waren nur noch 3 MĂ€nner und ich habe gegen Ende nicht mehr mitmachen wollen – schlicht verweigert. Maria, unsere Kursleiterin hat dann in der Runde das GesprĂ€ch gesucht, weshalb der Kurs mir bzw. den MĂ€nnern nicht gefĂ€llt.

Zu Tag Drei wollte ich zunĂ€chst eigentlich gar nicht mehr hingehen. Dann dachte ich mir, es wĂ€re unfair gegenĂŒber Maria, da sie keine Chance hĂ€tte auf meine Kritik zu reagieren. So bin ich also doch zum 3. Kurstag erschienen. Fred, mein Kurspartner hatte es gesteckt. Und fĂŒr mich persönlich hatte ich beschlossen, wenn es zu blöde ist, nehme ich leise meinen Bettel, störe die Gruppe nicht weiter und gehe!

Ich habe wirklich gespĂŒrt, dass Maria versuchte die Dominanz der Frauen zu dĂ€mpfen, um uns verbliebenen MĂ€nner bei den Übungen „mitzunehmen“. Und anfangs ging es auch. Aber bei einer Übung waren die – ich sage mal sphĂ€rischen KlĂ€nge der Frauen – fĂŒr mich so furchtbar, dass ich spontan ein inneres Bild a la Hieronymus Bosch vor Augen hatte und dachte: „So klingen die apokalyptischen Reiter“. Und als Maria dann anschließend sagte: „Bei dieser Übung sieht man oft innere Bilder“, dachte ich:“Ok, es ist Zeit zu gehen“.

Aber ich bin geblieben, denn die nĂ€chste Übung war eine PartnerĂŒbung und ich hĂ€tte den letzten Mann alleine sitzen lassen.

Bei dieser Übung sollte man seinen Partner durch Auflegen der HĂ€nde z.B. am RĂŒcken oder der Brust oder durch sonstige BerĂŒhrungspunkte unterstĂŒtzen seinen Ton zu finden oder eine Resonanz oder was auch immer. Diese Übung hatten wir schon einmal gemacht und ich fand sie nicht so dolle. Aber auf einmal wußte ich, was ich bzw. mein Partner tun sollte.

Ich war innerlich so aufgepumpt und hatte eine Aggression in mir, die den Wunsch hatte wie ein Krieger einen Speer in gegnerische Truppen zu schleudern. Also stellte ich mich in Wurfposition und sagte meinem Partner: „Du hĂ€lst jetzt meinen Wurfarm fest und ich werde versuchen mit aller Kraft einen Speer zu schleudern und irgendwann lĂ€ĂŸt du los“. Alex: „Wann soll ich loslassen?“. Ich: „Du wirst es merken!“.

So hat Alex mich am Handballen festgehalten und ich habe versucht mit all meiner Kraft dem Arm durchzuziehen. Durch die Anstrengung kam ein anschwellendes BrĂŒllen zustande, das letztlich in einem Schrei mĂŒndete als mein Partner losließ.
HĂ€tte in meiner Hand ein BĂ€llchen gelegen, hĂ€tte ich bei den Bundesjugendspielen sicherlich eine Ehrenurkunde gewonnen 🙂

Dieser wirklich kraftvolle Schrei war unglaublich befreiend. Und durch die Frauen ging regelrecht ein Stromschlag. Ich konnte spĂŒren wie sie von der Kraft meiner Stimme beeindruckt waren. Ich selbst war es von mir auch.

Was haben wir MĂ€nner eigentlich fĂŒr eine Rolle in unserer modernen Gesellschaft?
Wir sollen aufmerksam sein und zuhören, verstĂ€ndnis- und liebevoll, zĂ€rtlich und dennoch irgendwie stark sein – mĂ€nnlich sein. Aber was ist mit dem Testosteron, das uns Mutter Natur in die Wiege gelegt hat, um das Überleben der Sippe zu gewĂ€hrleisten?
Ich will keine Frau mit Bart und Schwanz sein! Aber auch kein blöder Macho. Ich will meine Aggression und Kraft ausleben, ohne destruktiv zu werden oder in den Krieg zu ziehen.

Sport ist sicherlich eine Möglichkeit. Aber ich halte es eher wie Churchill: „No sports!“

Und so kam von Maria die Idee mit HAKA. Ich hatte es schon mal auf youtube gesehen und wußte sofort, das isses.

Nachfolgend habe ich den berĂŒhrendsten HAKA, den ich auf youtube gefunden habe, verlinkt.

Ich muss immer wieder weinen, wenn ich mir dieses Video ansehe. Und die Energie, die davon ausgeht, sagt mir: „Das will ich auch machen!“


Auch dieses Video ist sehr kraftvoll. Und ich an Stelle des Lehrers hĂ€tte bestimmt voll geplĂ€rrt. Ja, ich habe nah am Wasser gebaut… .

Deshalb möchte ich 2020 zwei oder drei Wochenenden dem Haka zu widmen. Wir ĂŒbernachten gemeinsam in der 6 m Jurte, kochen Suppe am offenen Feuer und lehren uns autodidaktisch eine Haka-Performance.
Wer – die Frauen bleiben mal zu Hause – hĂ€tte Lust mitzumachen?
8 bis 10 MÀnner wÀren super. Schreibt mir eine mail und ich nehme Euch in den Verteiler auf.

In der Zwischenzeit werde ich mal in den Kalender schauen, Termine suchen und mir einen Tagesablauf ĂŒberlegen.

Bis bald,

LG Jurtenkurt